Deep Sea Vision hält den Fundort vorerst geheim.

Die vereinten Anstrengungen von Meeresarchäologen und Robotik-Experten könnten eines der größten Rätsel der Geschichte gelöst haben: Was ist mit Amelia Earhart passiert? Am 2. Juli 1937 flogen Earhart und ihr Navigator Fred Noonan in einem Lockheed Model 10 Electra, als sie den Kontakt zur US-Küstenwache verloren. Trotz umfangreicher Suchbemühungen wurden nie Wrackteile oder eindeutige Beweise für ihren Verbleib gefunden.

Deep Sea Vision (DSV), ein in South Carolina ansässiges Unternehmen für Meeresrobotik, glaubt, eine Antwort zu haben. CEO Tony Romeo glaubte zusammen mit seinem Bruder Lloyd Romeo an die „Date Line“-Theorie, die von der ehemaligen NASA-Mitarbeiterin und Amateurpilotin Liz Smith vorgeschlagen wurde. Diese Theorie besagt, dass Earharts fehlgeschlagener Flug darauf zurückzuführen war, dass sie und Noonan vergessen hatten, den Kalender einen Tag zurückzudrehen, als sie die internationale Datumsgrenze überquerten, was eine wichtige Berechnung in der Himmelsnavigation ist. Der Fehler hätte zu Navigationsfehlern in Richtung Westen von etwa 60 Seemeilen geführt.

Nach Smiths Prognosen, wo sich Earharts Flugzeug befunden haben könnte, nutzte DSV sein Tauchfahrzeug HUGIN 6000, um den Meeresboden mit Sonartechnologie abzusuchen. Nach einigem Suchen entdeckte er Konturen und Formen, die Earharts Flugzeug ähnelten.

„Wir hatten immer das Gefühl, dass sie [Earhart] jeden Versuch unternommen hätte, das Flugzeug sanft auf dem Wasser zu landen, und die Flugzeugsignatur, die wir auf dem Sonarbild sehen, deutet darauf hin, dass dies der Fall sein könnte“, sagte Romeo. „Wir sind begeistert, diese Entdeckung am Ende unserer Expedition gemacht zu haben, und wir planen, eine großartige amerikanische Geschichte abzuschließen.“

Den genauen Fundort hält DSV vorerst geheim. Die neuen Erkenntnisse haben auch die Aufmerksamkeit des Smithsonian erregt, einer von mehreren Organisationen, die damit beauftragt sind, die Behauptung des Unternehmens zu überprüfen.

„Wir sind fasziniert von den ersten Bildern von DSV und glauben, dass sie eine weitere Expedition bei der laufenden Suche nach Amelia Earharts Flugzeug in der Nähe von Howland Island verdienen“, sagte Dorothy Cochrane, Kuratorin der Luftfahrtabteilung am Smithsonian’s National Air and Space Museum.