
Brasilien prüft derzeit die Anschaffung weiterer Gripen-Mehrzweckjäger, die zu den 36 im Jahr 2014 bestellten Gripen-Kampfflugzeugen hinzukommen sollen.
Obwohl Verteidigungsminister Jose Mucio auf der jüngsten lateinamerikanischen Luft- und Raumfahrt- und Verteidigungsmesse in Rio de Janeiro nicht über Zahlen sprach, wird davon ausgegangen, dass die aktuelle Tranche um vier zusätzliche Flugzeuge erweitert werden soll, wobei eine zweite Tranche von 26 oder 30 nachbestellt werden soll.
Die Auslieferung der ersten Tranche soll im Jahr 2027 abgeschlossen sein soll. In der Zwischenzeit leitet Embraer die Entwicklung der zweisitzigen Version des Gripen F, von der das erste Exemplar im Werk des Unternehmens in Gavião Peixoto montiert wird.
Während der LAAD-Messe kündigten Embraer und Saab eine Absichtserklärung an, die eine engere Zusammenarbeit vorsieht und auf der durch das Gripen-Programm geschaffenen Industriepartnerschaft aufbaut. Neben der Erkundung weiterer Möglichkeiten für den Gripen in Lateinamerika werden die beiden Unternehmen bei der Weiterentwicklung zusammenarbeiten, damit der Gripen bis zum Zeitrahmen 2060 relevant bleibt. Gleichzeitig wird der zukünftige Bedarf an Kampfflugzeugen untersucht.
Saab und Embraer werden zusammenarbeiten, um den Embraer C-290 Millennium Tanker/Transport als bevorzugte Lösung für die Anforderungen der schwedischen Luftwaffe zu positionieren, die alternde C-130 Hercules-Flotte zu ersetzen. Sie werden auch die Integration von Saab-Systemen in den C-390 untersuchen.
Unabhängig davon kündigte Embraer auf der LAAD-Show die Einführung einer neuen Version des A-29 Super Tucano an. Die A-29N ist ein vollständig NATO-kompatibles Flugzeug mit neuer Datenverbindung und der Möglichkeit, unter anderem von einem einzigen Piloten geflogen zu werden. Es kann für fortgeschrittene und Waffenausbildung sowie für leichte bewaffnete Überwachungsmissionen verwendet werden. Zu den neuen Funktionen gehört die Möglichkeit, JTAC-Schulungen (Joint Terminal Attack Controller) durchzuführen. Zu den Möglichkeiten, die Embraer für die A-29N sieht, gehören die Anforderungen der portugiesischen Luftwaffe an einen fortgeschrittenen Trainer/leichten Angreifer.
Anm. der Red. : 2014 hat die Schweiz den Anschluss an die Zukunft mit modernsten Kampfflugzeugen als Ersatz für den Tiger F-5 verpasst. Dass die Armasuisse den Gripen nicht mehr in die nachträgliche Evaluation einbezogen resp. «aus politischen Gründen» ausgeschlossen hat, beweist den Filz in Bundesbern.