Der Jet Commander wurde während des frühen Business-Jet-Ansturms in den USA geboren und fiel den amerikanischen Unternehmensgesetzen zum Opfer, fand aber in Israel ein gutes Zuhause, wo das Design florierte. Seine Derivate kehrten später triumphal in US-Besitz zurück und bildeten die Grundlage für die kleineren Flugzeuge in der prestigeträchtigen Gulfstream-Reihe.
In den späten 1940er Jahren entwarf der Luftfahrtingenieur Ted Smith einen leichten Kolbenzwilling für die private und geschäftliche Luftfahrt. Das Modell 520 hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Douglas A-26 Invader Bomber, an dem Smith während des Zweiten Weltkriegs gearbeitet hatte, war aber kleiner und schlanker. Seine Sechszylinder-Boxermotoren waren auch weitaus effizienter – und sauberer – als die Radialmotoren des Invader.
Das Modell 520 flog zum ersten Mal im April 1948, und Smith gründete eine Firma – Aero Design and Engineering, später Aero Commander – in Bethany, Ohio, um das Flugzeug zu bauen. Es war ein beachtlicher Erfolg in einem Sektor, der weitgehend von Bombern, Transportern und Ausbildern dominiert wurde, die während des Krieges überzählig waren. Smith verließ das Unternehmen später und tauchte in den 1970er Jahren mit der Aerostar wieder auf, die jahrelang als schnellstes Privatflugzeug mit Kolbenmotor der Welt bekannt war.
In der Zwischenzeit wurde das Modell 520 zu Versionen weiterentwickelt, die unter dem Namen „Twin Commanders“ zusammengefasst wurden, mit mehr Leistung, verlängerten Flügeln, gestrecktem Rumpf und Druckkabine. Das Nonplusultra war das Modell 680FL Grand Commander. Die schnittigen Zwillinge sahen sich jedoch zunehmend mit billigerer Konkurrenz konfrontiert. Die Einführung der äußerst erfolgreichen Beech King Air mit ihren PT6A-Turboprop-Triebwerken Mitte der 1960er Jahre war ein Meilenstein nicht nur für Aero Commander, sondern für die gesamte Branche.
Aero Commander musste eindeutig reagieren, wenn es auf dem Markt bleiben wollte, aber erst 1967 erschien der Turbo Commander mit TPE331-Motor. Er hinterließ einige Dellen auf dem Markt für Turboprop-Zwillinge, und bis 1986, als die Produktion endete, waren etwas mehr als 950 Exemplare gebaut worden.
