Boeing gab am Dienstag zwei Bestellungen von asiatischen Fluggesellschaften für 49 seiner 787 Dreamliner-Großraumflugzeuge bekannt, die den größten Deal am ersten Tag der Singapore Airshow darstellten. Thai Airways wird bis zu 45 Flugzeuge übernehmen, während Royal Brunei Airlines sich verpflichtet hat, vier der Interkontinentalflugzeuge in ihre Flotte aufzunehmen.

Der Thai-Airways-Vertrag sieht vor, dass die ersten 10 Dreamliner die 787-9-Version sein werden, die von GEnx-Triebwerken von GE Aerospace angetrieben wird. Der Vertrag beinhaltet Optionen für 35 weitere Flugzeuge und ermöglicht die Flexibilität, auf das größere Modell 787-10 oder sogar die 777X umzusteigen. Die Unternehmen schlossen den Auftrag im Dezember ab, gaben seine Existenz aber erst am ersten Tag der Singapore Airshow in dieser Woche offiziell bekannt.

Für Thai Airways wird der Zustrom von 787-Flugzeugen zu einer erheblichen Erhöhung der Kapazität führen, um die wachsende Nachfrage nach Flugreisen in Südostasien zu befriedigen. Die Fluggesellschaft traf in nur 10 Monaten eine Entscheidung über die Auswahl des Typs/des Triebwerks und beschleunigte damit einen Bewertungsprozess, der bis dahin drei bis vier Jahre gedauert hatte. Die Fluggesellschaft wählte eine Gesamtbetriebskostenmethode, um zu ihrer Entscheidung zu gelangen. Die Auslieferung der ersten 45 Flugzeuge ist zwischen 2027 und 2033 geplant.

Die Boeing 787 ist kein Unbekannter der Fluggesellschaft, denn sie hat sechs 787-8 und zwei Dash 9 in ihrer Flotte, von denen eine weitere bestellt ist. Das durchschnittliche Flottenalter der 787-8 liegt bei etwas mehr als neun Jahren.

Rolls-Royce Trent 1000 treiben das aktuelle Flugzeug an, aber der Präsident und CEO der Fluggesellschaft, Chai Eamsiri, sagte, dass die Fluggesellschaft keine Pläne habe, die Rolls-Triebwerke in absehbarer Zeit aus der Flotte zu nehmen.

Eamsiri wies darauf hin, dass die GEnx-Triebwerke der Fluggesellschaft – und dem Land – helfen würden, ihre Ziele der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen. Die 787 wird den Treibstoffverbrauch und die Emissionen um 25 Prozent im Vergleich zu den Flugzeugen, die sie ersetzen soll, reduzieren.

Am selben Tag wie die thailändische Ankündigung gab Boeing bekannt, dass Royal Brunei Airlines – dem ersten Dreamliner-Betreiber in Südostasien – vier 787-9 bestellt hat. Die Fluggesellschaft feierte im vergangenen Jahr ihr 10-jähriges Bestehen mit der 787. Die Flotte besteht derzeit aus fünf 787-8, die auf Strecken nach Asien, Australien, in den Nahen Osten und nach London eingesetzt werden. Die 787-9 bietet im Vergleich zur 787-8 ein Wachstum der Passagierkapazität um fast 20 Prozent.

Quelle: AIN 21 Feb 202 / Felix Meier